Rechtliche Aspekte des Textens

Für einen Texter im Online-Umfeld reicht es längst nicht nur, gut texten zu können. Zusätzlich muss er sowohl zu seinem eigenen Schutz als auch zur Sicherheit der Kunden in rechtlichen Belangen uptodate sein. Warum dies so wichtig ist, zeigen einige Beispiele für mögliche Rechtsverletzungen im Textbereich.

Das Urheberrecht: Auf Unique Content kommt es an

Der Begriff “Unique Content” ist längst zum geflügelten Wort geworden, mit dem jeder in der Branche etwas anfangen können sollte. Unique Content ist schon alleine aufgrund der Eigenheiten der Google Suchmaschine erforderlich. Was viele nicht bedenken: Durch das Kopieren von Content bringt man nicht nur das Ranking einer Website in den Suchergebnissen einer Suchmaschine in Gefahr, sondern begeht zugleich eine Urheberrechtsverletzung.

Damit eine Urheberrechtsverletzung vorliegt, muss übrigens nicht einmal 1:1 kopiert werden. Auch das reine Umschreiben einer Quelle, bei dem alle Informationen komplett übernommen und nicht erweitert oder verändert werden (auch wenn die Formulierung eine andere ist), kann eine Urheberrechtsverletzung darstellen.

Um dieses Risiko zu vermeiden, recherchiere ich sehr tiefgehend und auf verschiedensten Websites und auch Offline-Quellen. Ich beziehe in meine Texte unterschiedliche Gedankengänge ein, ergänze sie mit weiterführenden Informationen und eigenen Ideen und Inspirationen. Dadurch wird jeder meiner Texte zu einem echten, unverwechselbaren Unikat, für das keine Gefahr für eine Urheberrechtsverletzung besteht. Sofern ich das Gedankengut anderer Personen 1:1 oder sinngemäß übernehme, die kein Allgemeingut darstellen, kennzeichne ich diese selbstverständlich als Zitat und versehe sie mit der entsprechenden Quellenangabe.

Das Marken- und Namensrecht: Ach wie gut, dass niemand weiß…

Auch das Marken- und Namensrecht kann einem Texter gehörig den Tag verderben. Werden markenrechtlich geschützte Namen unwissentlich in einem Werbetext für die Bewerbung eines anderen Produkts verwendet, kann dies schwerwiegende Abmahnungen mit teuren Kostennoten nach sich ziehen. Ein klassisches Beispiel, das in den vergangenen Monaten Kreise gezogen hat, ist beispielsweise die Bezeichnung eines Hotels als “Wellness Hotel”. Da diese Bezeichnung angeblich markenrechtlich geschützt ist, kann der Markeninhaber andere Hotels abmahnen, die diese Bezeichnung für sich beanspruchen. Wehe dem Texter, der dies nicht weiß und entsprechende Terme in seinen Texten verwendet.

Auch ich bin natürlich nicht davor gefeit, auf solche namensrechtlichen Problemstellungen “hereinzufallen”. Allerdings versuche ich, das Risiko zu verringern, indem ich mich ständig über neue Fälle aus diesem Bereich auf dem Laufenden halte. Bei etwaigen Unsicherheiten vergewissere ich mich stets beim Kunden nach oder betreibe zumindest eine kurze, oberflächliche Markenrecherche beim DPMA. Sicher gehen können meine Kunden allerdings nur, indem sie eine umfassende Markenrecherche in Auftrag geben, beispielsweise bei einem auf Markenrecht spezialisierten Rechtsanwalt.

Bildrecht: Komplizierte Baustelle

Kaum ein Rechtsbereich ist in den vergangenen Jahren so schwierig geworden wie das Bildrecht. Mit der Verwendung von Bildmaterial im Netz gehen unterschiedliche Anforderungen an die Urheberkennzeichnung einher. Die Rechtsprechung ist sich dabei ebenso uneinig wie die verschiedenen Bilderportale und Stockagenturen. Mal reicht die Nennung der Bildurheber im Impressum, mal muss sie am Seitenende, direkt am Bild oder sogar im Bild stehen. Immer wieder gibt es Fälle, in denen für die Verwendung kostenfreier Bilder von Fotoagenturen Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzung ergingen – ein teurer Spaß für die betroffenen Seitenbetreiber.

Selbstverständlich betrifft dieses Thema auch mich – gehört es doch oft mit zu meinen Aufträgen, passendes Bildmaterial für Blogartikel auszuwählen und direkt zu veröffentlichen. Dabei richte ich mich grundsätzlich nach den Wünschen des Kunden. Sehe ich jedoch ein vergleichsweise hohes Risiko gegenüber der Verwendung unternehmenseigener Fotos, distanziere ich mich ausdrücklich vor etwaigen rechtlichen Folgen. Der finanzielle Schaden durch die unsachgemäße Verwendung von Fotos wären für mich als Freiberufler weder tragbar noch überschaubar.

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